12.05.13 – The Green Apple Sea, Garda, The Dropout Patrol (Neues Rottmann Kino)

innen.aussen.raum zeigt: k&f-records‘ handverlesene auswahl feinster unprätentiöser akustischer entdeckungen. yay!

Schwelbrände, Stichflammen, Ironie und gewärmte Herzen. All rolled-up into one evening.

…wundersame Wundersammlung: Am zweiten Sonntag im Mai holen wir gleich einen ganzen Dreier-Pack Helden der lebenerzählenden akustischen Popmusik aus ganz Deutschland mit ihren Akustikgitarren in den tiefen Süden. The Green Apple Sea aus Nürnberg, Garda aus Dresden und The Dropout Patrol aus Berlin.
Vorgesammelt hat das schillernde Paket eins unserer liebsten deutschen Plattenlabel: Kumpels & Friends. Dort gedeihen seien Jahren still Songs – und die werden bald deutlich hörbar sein. The Green Apple Sea spielen erste Europa-Touren, The Dropout Patrol läuft mit einem sommerträumepflückenden Video im Musikfernsehen und Garda zählen mittlerweile tausende Videozugriffe auf YouTube. Überall dort sind die Bands funkelnde Ausnahmeerscheinungen. Nun spielen sie noch einmal akustisch und im handgezimmerten Rahmen bei uns, in München! Dafür (einer von nur fünf Tourterminen), bieten wir verdammt gern unsere Bühne.

…diesmal steht sie wieder in einem Kino: Im Neuen Rottmann in der Maxvorstadt. Zweifelsohne eines Münchens schönster Kinos – mit jede Menge Platz zum Beine ausstrecken, lauschen und träumen.

The Green Apple Sea:
Begutachtet ein Rätsel und seine wortlose Lösung: Warum ergibt das Gespann Mensch und Gitarre oft nur Zitat und Hintergrundgeräusch – und lässt dann, bei einigen, wenigen Musikern, beim ersten Akkord wieder eine Bilderflut in Kopf und Bauch entstehen?
Die Antwort steht in keinem Buch, ist aber zu erleben, wenn Stefan Prange von The Green Apple Sea auf der Bühne steht, einer der ‚einigen, wenigen‘, klar. Das letzte Album der Band hieß „Northern Sky / Southern Sky“. Und wie auch immer es funktioniert: Ein paar Klänge nur, ein Folkpicking, ein Akkord aus der großen Kiste des akustischen Indie, dann ist in jedem noch so geschlossenen Raum Sommerwind auf der Haut zu spüren – und natürlich noch mehr: Die ganze, schwierige, schöne Geschichte hinter diesem Song.
Über den Sinn von Kunst lässt sich streiten. Einer mag sein, Leben zu kommunizieren. In diesem Sinne, bitteschön, ist das hier große Kunst. Und es ist nur recht und billig, wenn das bald ganz Europa – und zuerst München – weiß!

The Dropout Patrol:
So, we fell in love: 2012 hat Jana Sotzko mit ihrem Projekt The Dropout Patrol das erste Album veröffentlicht, nach Jahren als Liveprojekt auf den Bühnen der Schokoläden ihrer Heimatstadt Berlin. Und diesem Album ist anzuhören, dass die Ideen dazu lange in der Hauptstadt gedeihen durften – es ist alles versammelt (und neu zusammengefügt) was die gitarrische Indie-Musikszene dort liebenswert macht: Klar schwingende E-Gitarren, feine Brüche, brummende Bässe à la Delbo – und als Bonus eine seelenruhig-kluge Umsetzung all dieser Einflüsse in eine Art echtes Songwriting.
Noch schöner ist, dass die gesungenen Geschichten zu der Musik so kristallklar-klarsichtig gemein sind (und dann doch auch wieder nur an Gedanken tippen) wie ein Großstadtleben nun erzählt werden muss. Es geht um Liebe (oder sowas), Kompromisse, das flüchtige am Schönen und den Teil des Bleibenden für den nur bitter-kluge Ironie bleiben kann.

Garda:
…auch Garda ist zu bewundern und zu lieben – für ein anderes großes Kunststück: Songs zu spielen, die sich ‚Pop‘ nennen könnten und fein amerikanische Songschreiberkunst erinnern und ausbauen, die nicht plakativ kratzen und Regeln brechen… und sich trotzdem direkt mit ihren Erzählungen festbeißen. Nicht nur im Gehirn; eher gar zwischen Magen und Bauch, in den stummen Bereichen.
Großen Anteil daran haben die Botschafen, die Sänger Kai Lehmann mit seiner Stimme auf die Reise schickt: Dem musikalischen Schwelbrand, der in den Songs glüht, entlockt er mit Flüstern, Erzählen, Rufen und auch mal einem Schreien Stichflammen und wärmendes Feuer für traurige Herzen. Das gibt eine Hitze, die weit in die folgende Maiwoche tragen wird.

…bei uns werden die Köpfe der drei Bands solo, akustisch und zum Nahanhören ihre Musik spielen!

Daten und so: innen: stadt. akustisch. | 12.05.2013 | Einlass 19.00 Uhr, Beginn 19.30 Uhr | Neues Rottmann Kino, Rottmannstr. 15 (U1, Tram 20/21 Stiglmaierplatz) | Eintritt: ab 6 Euro | Facebook